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Die Tumorchirurgie ist eng mit der plastischen und ästhetischen Chirurgie des Gesichts verknüpft. Alle drei Bereiche verlangen ein umfassendes Fachwissen und viel Erfahrung. Wir, Fachärzte der Klinik für Gesichts-, Kiefer- und Wiederherstellungschirurgie sind Spezialisten in der Behandlung von gut- und bösartigen Tumoren sowie Basaliomen aller Gesichtsregionen. Wir arbeiten mit den neuesten Techniken und achten auf eine unauffällige Narbenbildung um für Sie ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Tumorchirurgie

Die gutartigen Tumore stammen meist von Gewebestrukturen des Gesichtes wie Knochen, Fettgewebe oder der Schleimhaut ab. Sie zeichnen sich durch ein verdrängendes Wachstum mit Kapselbildung aus. Deshalb können Sie auch durch ein Ausschälen aus der Kapsel oder mitsamt der Kapsel entfernt werden. Ein besonderer Vorteil der gutartigen Tumore ist deshalb, dass in der Regel alle Nerven und Gefäße die um den gutartigen Tumor verlaufen, erhalten werden können. Letztlich können nur besonders große und ausgedehnte gutartige Geschwülste die Schonung der genannten funktionell wichtigen Strukturen erschweren. Deshalb sollten auch gutartige Tumore immer frühzeitig, d.h. im kleinen Wachstumszustand entfernt werden.

Bösartige Tumore hingegen zerstören die Nerven und Gefäße wie auch alle anderen Nachbarstrukturen durch Ihr schonungsloses zerfressendes Wachstum. Sie können schon bei relativ geringer Größe Lymph- oder Bluttochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, setzen. Die häufigsten bösartigen Tumore im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich gehen von der Schleimhautauskleidung der Mundhöhle aus. Sie werden als Plattenepithelkarzinom bezeichnet und treten am häufigsten im Alter von 50 – 70 Jahren bei gleichzeitig bestehendem Übermaß an Nikotin und Alkohol auf. Die Karzinome der äußeren Haut entstehen häufiger unter übermäßiger Sonneneinstrahlung über längere Zeiträume aber auch bei chemischer Einwirkung.

Von den möglichen Behandlungsarmen stellt die Entfernung (Resektion) des Plattenepithelkarzinoms das Mittel der Wahl da. Im fortgeschrittenen Tumorstadium, d.h. bei länger bestehendem Wachstum wird nach der Operation eventuell eine Bestrahlung sowohl des Tumors, wie auch der Filterstationen im Lymphabflussgebiet des Halses in Kombination mit einer Chemotherapie notwendig. Die Tatsache, dass die Plattenepithelkarzinome, im Gegensatz zum gutartigen Tumor, nicht eine Kapsel bilden und somit von der Umgebung kaum abzugrenzen sind, zwingt bei der chirurgischen Entfernung zu einer Resektion im Gesunden. Das bedeutet, dass immer funktionell wertvolles Gewebe (Nerven, Blutgefäße, Knochen, Muskeln) dreidimensional um den Krebs mit einem Sicherheitsabstand von ca. 10 mm entfernt werden muss. Durch die Anwendung eines nahezu europaweit etablierten Operationsprotokolls einer der größten prospektiven medizinischen Studien (DÖSAK) können wir gute Ergebnisse der Überlebensraten nachweisen.

Je nach erscheinen des Krebses innerhalb der Mundhöhle bedeutet das auch den Verlust von ästhetisch wichtigen Strukturen sowohl mit der Entstehung bedeutsamer Defekte als auch einer zumindest vorübergehenden Entstellung. Dies bedeutet, dass kleinste bösartige Tumore mit kleinen plastischen rekonstruktiven Maßnahmen behandelt werden können, während mittelgroße bis große Tumore untrennbar mit weiteren plastisch-rekonstruktiven Maßnahmen auf mikrochirurgischen Wege behandelt werden müssen. Dabei gilt als Ziel eine annährende Wiederherstellung der Form und Funktion.

Der erste Schritt ist dabei meistens die knöchernen Strukturen, wie den Unter- oder den Oberkiefer, die als Stütze der Weichgewebe dienen, durch Verpflanzung von Gewebe aus dem Rücken oder den Beinen wieder aufzubauen. Durch diesen primären Aufbau gelingt es heutzutage bessere funktionelle Ergebnisse hinsichtlich der Sprech–, Schluck- und Kaubewegungen zu erzielen.

Mittelgroße bis große defekte der Mundschleimhaut werden durch dünne Hautschichten aus dem Ober- oder Unterarms ersetzt. Ist nicht nur die Schleimhaut sondern auch noch die darunterliegende Muskulatur, wie die Zungenmuskulatur betroffen, muss gleichzeitig eine Muskelverpflanzung erfolgen. So gibt es im Körperbereich zahlreiche Muskeln mit eigener Nervenversorgung, deren Fehlen dort kaum bemerkt wird. Nach Verpflanzung leisten sie jedoch im Bereich der Zunge oder der Gesichtsmuskulatur hervorragende Arbeit und ermöglichen gute Ergebnisse. Es hat sich somit in den plastischen Operationen der Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie ein Grundsatz etabliert, dass

  • Haut durch Haut
  • Muskulatur durch Muskulatur
  • Fettgewebe durch Fettgewebe
  • Knochen durch Knochen

möglichst analog ersetzt wird. Diese mikrochirurgische Transplantate werden dann mit den Ihnen anheftenden Blutgefäßen oder Nerven im Bereich der Halswunde an die dortigen Blutgefäße bzw. Nerven angeschlossen und heilen zu meist innerhalb kurzer Zeit ein. Dies hat für den Patienten den Vorteil eines möglichst schnellen und funktionell ansprechenden Wiederaufbaus. Dadurch gelingt dann ggf. die Reintegration in das soziale Gefüge bzw. den Arbeitsprozess. Weiterführende Therapien wie die erwähnte Strahlen- und Chemotherapie können dann zügig vorgenommen werden.

Die Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie, Plastische Operationen stellt auch einen interdisziplinären Partner im großen Fächerkanon der Tumorbehandlung dar. Es bestehen zahlreiche etablierte Verbindungen zu den benachbarten Disziplinen. Dadurch werden fachgebietsüberschreitende Erkrankungen gemeinsam oder in Abstimmung behandelt. Aber auch mit fachgebietsfernen Kollegen suchen wir jederzeit bei Erforderlichkeit das individuelle Gespräch um die Behandlung speziell auf den momentan betroffenen Patienten abzustimmen. Natürlich bestehen auch zahlreiche Verbindungen zu externe Spezialisten wie die Fachzahnärzte für Kieferorthopädie oder Spezialisten für Implantatprothetik um mittelfristig unseren Patienten schon eine lebenswerte Qualität in der Gesamtversorgung anzubieten.

So ist es für jedes Krankheitsbild wichtig alle relevanten benachbarten Disziplinen in den Entscheidungsprozeß zu intrigieren und die individuell bestmögliche Behandlung anzubieten.